Über die
Künstlerin
Zwischen den Welten
Am Rande des Meeres
Ich erinnere mich noch genau. Die lange Nachtfahrt nach Rimini. Meine Schwester und ich, wir husten und husten. Der Vater bringt uns in einer Nachtfahrt vorübergehend zur Luftveränderung nach Rimini. Und dann stehe ich da. Am Randes des Wassers, das bis zum Gehsteig schwappt. Die Luft ist salzig. Nur ein Schritt und meine Zehen berühren zum ersten Mal morgenkühlen weißen Sand. Wohin ich auch schaue, keine Berge. Nur Weite. Die Sonne taucht pastellfarben aus dem Meer auf.
In mir löst sich etwas. Ich schaue auf diese Linie zwischen Wasser und Himmel und fange an, zu weinen. Nicht aus Verzweiflung, nicht aus Sehnsucht nach daheim. Sondern aus purer, körperlicher Erleichterung. Zum ersten Mal in meinem Leben kann ich wirklich frei atmen.
Dieses Gefühl erfahre ich noch oft in meinem Leben, wenn ich an irgendeinem Meer dieser Welt stehe. Dieses Gefühl habe ich auch bei der Arbeit im Atelier. Wenn ich heute eine neue Schwellenfigur forme, dann suche ich nach genau dieser Qualität: der Empfindung:
Frei und zugleich gehalten zu sein.
Das ist der Moment, in dem die Welt einen Augenblick den Atem anhält und ich mich in meine Figur verliebe. Ab diesem Zeitpunkt sind wir im Austausch, wohin sich ihre Geschichte weiter entwickelt und als Schwellenwächterin manifestiert.
Befreiende Grenzen
Mit 50 zurück zu mir
Mein Weg zur Kunst ist alles andere als ein vorgezeichneter Pfad. Jahrzehntelang prägt mein berufliches Leben die Arbeit als freischaffende Journalistin und Pressefotografin einer lokalen Tageszeitung. Diese Zeit als alleinerziehende Mutter und Kleinunternehmerin hat mich gelehrt, ganz genau hinzuhören und interessante Geschichten einzufangen. Ich lerne meine persönlichen Leistungsgrenzen kennen, indem ich sie immer wieder überschreite. Und neu ausrichte. Ohne mein Netz an Freundinnen und Freunden wäre ich verloren gewesen.
Wenn der Schüler bereit ist…
Immer öfter werde ich mit Stift und Kamera zu Künstlerinnen und Künstlern geschickt. Bei einer dieser Reportagen lerne ich meinen zukünftigen Mentor kennen. Er begreift schnell, dass meine innere Künstlerin nach Verwirklichung drängt. Ich beginne ein Studium der Malerei an einer Akademie für Bildende Künste und Literatur. Er schult mein Sehen in Kompositionen und Farben und abstrakter Malerei. Malend und fotografierend entwickle ich mich im Laufe der kommenden Jahre, parallel zu meiner Erwerbsarbeit, weiter.
Meine Antennen
Hier beginnt mein Weg vom Journalismus zur freien Kunst.
Meine eigenen Grenzen zu überschreiten, prägt mich. Was mich diese Jahre als Journalistin tiefgreifend lehren, ist das Hören zwischen den Zeilen. Ich nutze meine feinen Antennen für das Ungesagte. Für Bilder, Emotionen und Zwischentöne, die unter der faktenbasierten Oberfläche liegen.
Mein Schritt in die Welt der Kunst an meinem 50. Geburtstag ist kein Bruch mit meiner Vergangenheit, sondern seine Weiterentwicklung Richtung Vollendung.
Denn heute übersetze ich jene Geschichten, die ich höre und spüre, nicht mehr in Printartikel, sondern in dreidimensionale, ehrliche Portraits. Deine Wendepunkte im Leben bekommen von mir eine beseelte Verkörperung durch eine Kunstfigur.
Der 50. Geburtstag
BestAger, sagen sie. Queenager. Die beste Zeit meines Lebens. Eine dreiwöchige Reise nach Cape Breton im Osten Canadas. Das Land meiner Sehnsucht. Ich würde am liebsten sofort auswandern. Doch ich komme wieder heim. In der kreativen Arbeit mit zugezogenen Flüchtlingen fällt mir mein Versprechen an mich ein. Und ich fange an, figürlich zu arbeiten.
Schlaflose Nächte
In mir rumort es. Wochenlang. Monatelang. Nächte, in denen ich Horrorszenarien durchspiele, was geschehen könnte, wenn niemand meine Kunst will, die mir so viel bedeutet.
Zu alt?
Und ist es nicht einfach zu spät, mit 50 einen neuen Beruf zu beginnen? Ich bekomme so viel Bestärkung aus der Familie, von Freundinnen und Freunden. Mein Mann sagt: “Ich verspreche dir, du wirst schon in einem Jahr zurückschauen und dankbar sein, dass du begonnen hast”.
Der Schritt aus dem gewohnten Rahmen der Medienwelt und der Sicherheit des Zuverdienstes in das Ungewisse der freien Kunst ist der mutigste und der befreiendste Moment meines beruflichen Lebens.
Ich kündige knieweich an, dass ich im Herbst möglicherweise nicht mehr an meinen Arbeitsplatz an der Schule zurückkehre. Niemand ist begeistert. Ich melde mein Freies Gewerbe als Journalistin und Pressefotografin ab. Habe ich wackelige Knie? Ängste und Sorgen? Aber wie!
Kunstunternehmerin werden
Die unerfahrene Künstlerin in mir hat in kürzester Zeit eine Menge zu lernen. Einerseits handwerklich begeistert und hingebungsvoll im Atelier an meinen Ideen zu arbeiten. Als Kunstunternehmerinnen beschäftigen wir Künstlerinnen uns aber auch mit Marketing und Management. Mit Organisation und Social Media. Was für ein Drahtseilakt. So geht es allen Unternehmerinnen da draußen.
Heute weiß ich, dass meine Kreativität eingeplante Zeit und vorgeplante Pausen braucht, um sich zu entfalten. Nur in einem entspannten Umfeld folgt meine Kunst meinem eigenen, inneren Drängen nach Ausdruck. Nur dann kommt sie aus der Tiefe meines sensitiven Erlebens. Eine flexible Struktur hilft mir, diese Räume frei zu halten.
Es ist wunderbar, dass es Menschen gibt, die sich von meinen Figuren gesehen und angezogen fühlten. Eigentlich erzähle ich immer noch Geschichten. Vom gelingenden Leben, von unseren Stärken und unseren Schwächen, an denen wir wachsen.
Heute sind meine Geschichten dreidimensional, drücken ganz subjektiv und ehrlich ihre Gefühle aus und lieben es, ihre Wirkung zu entfalten.
Mein Handwerk
Leidenschaft für Werkzeug und Materialien
Wer meine Schwellenfiguren sieht, sieht vor allem das fertige Werk. Was unsichtbar bleibt, sind ungezählte Stunden, in denen ich während der Pandemie tief in der Nacht, oft noch im Pyjama und mit heißem Tee, vor dem Computer sitze. Während sich bei uns in Österreich die Menschen voneinander abkapseln oder schlafen, sitze ich in Live-Calls mit Künstlerinnen aus Australien, Amerika, Russland und Neu Seeland. Diskutiere mit Expertinnen die idealsten Abfolgen von Arbeitsschritten. Lerne unglaublich intelligentes Werkzeug kennen, das ich noch nie zuvor gesehen habe.
Von der Puppe zur Schwellenfigur
Auf diese Nächte des Zuhörens und Mitdenkens folgen Wochen und Monate des Ausprobierens. Ich beginne, mit Filznadeln Köpfe und Figuren aus Schafwolle zu formen. Ziehe die entstehenden Kinderpuppen aus der Waldorf-Tradition mit handgefertigter Kleidung an. Stelle sie erfolgreich aus und habe Nachfragen.
Nach zwei Jahren möchte ich mehr. Wie stelle ich eine singende, eine lachende, eine weinende Figur dar? Wie würde eine Figur für erwachsene Menschen aussehen? Ich zerbreche mir den Kopf über Techniken, die ich unbedingt beherrschen will. Probiere jedes Material aus, das mich reizt. Ich orientiere mich an besser haltbarem Material, lande beim Paperclay, das ich entweder als Pulver oder fertige Packung kaufen oder selbst am Herd herstellen kann.
Ich lerne so viel dazu. Die Onlinewelt während der Pandemie hat viele angelehnte Türen geöffnet. Wie großzügig Wissen hier geteilt wird! Bei jedem Tutorial zu Handwerk kommen mir kreative Ideen, welche vorhandenen Werkzeuge aus anderen Welten ich noch ausprobieren könnte. Hauptsache, das Ergebnis stimmt. Dieses forschende Eintauchen in den Prozess, das Testen und das ständige Verbessern, ist für mich kein optionales Extra, sondern das Fundament meiner Arbeit.
Wenn du heute eine meiner Schwellenfiguren in den Händen hältst, dann hältst du auch diese intensiven Lernstunden, die Suche nach der richtigen Textur und den Mut, als autodidaktisch Studierende jeden Tag ein Stück besser zu werden, in deinen Händen.
Das ist mein Versprechen an dich: Jede Figur, die mein Atelier verlässt, ist das beseelte Ergebnis von nie endender Leidenschaft und tiefem Respekt vor jedem Handwerk, das Menschen auf dieser Welt entwickelt haben.
Meine Basis:
Respektvoller Umgang mit Ressourcen und weiblichem Wirken
Respekt vor dem Vorhandenen
Meine Figuren entstehen nicht im luftleeren Raum, sondern atmen meine Werte. In meiner Werkstatt wird alles verschwendet. Manchmal auch ein zweites Mal, wenn ich Material upcycle. Ich arbeite immer wieder mit hochwertigen Textilien, Wolle und Fundstücken, die bereits ein Leben hinter sich haben, die geliebt wurden. Sie zu verwandeln, ihre Geschichte weiterzuerzählen und ihnen ein weiteres Leben zu schenken, ist mein selbstverständlicher Beitrag zur Wertschätzung unseres Planeten.
Balance zwischen weiblich und männlich
Meine Figuren drücken unterschiedliche Wirklichkeiten aus. Meistens von und für Frauen in der zweiten Lebenshälfte auf diesem Planeten. Weibliche Erfahrungen sind kulturell vielfältig und einzigartig.
Ich träume davon, dass sich weibliche und männliche Qualitäten eines Tages so ausbalanciert verbinden, dass wir das Menschliche besser leben können. Bis dahin sind meine Figuren Botschafterinnen an der Schwelle dieser Veränderung.
Jede Schwellenfigur trägt weltumspannende Geschichten in sich. Sie sind erfüllt von meiner Liebe und Hingabe im handwerklichen Prozess. Ich lade dich ein, dich auf meiner Galerieseite umzusehen. Vielleicht wartet bereits eine Botschafterin darauf, deine eigene Geschichte ein Stück des Weges zu begleiten. Damit sie diese mutmachende Geschichte dir selbst und anderen erzählen kann.
Das sagen Sammler und Kundinnen
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Verliebt in Alma
“Ich habe Alma nicht in Auftrag gegeben. Ich sah sie und verliebte mich sofort, denn verrückterweise „sprach“ Alma mit mir. Sie wollte zu mir und ich war überglücklich, dass die Künstlerin einverstanden war.”
Sabine Krömer, Deutschland -
Sie gehört jetzt zu mir.
„Als ich die Drachin Sissy gesehen habe, wusste ich, dass sie mir gehören wird. Sie hat mich sofort erobert. Innerhalb einer Woche kam sie bei mir an und steht seither bei mir im Wohnzimmer.“
Micha Cohen, Schweiz -
Viel mehr als Puppen
„Sie kam, nahm Platz und siegte. Täglich begleitet mich Aurelia, dieses besondere Wesen, an meinem Arbeitsplatz. Und täglich beweist es mir, dass Puppen dieser Künstlerin viel mehr sind als Puppen.“
Barbara Ambrusch-Rapp, Österreich -
Magisch!
“Yaruna ermutigt mich, mein Leben authentisch zu gestalten. Ich unterhalte mich mit ihr. In ihr sind versteckte Wesenszüge, Gefühlsregungen und ein unveränderbarer Lebensfunken präsent.”
Christine Haselsberger, Österreich
